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Das Geheimnis um den alten Fensterpfosten im neuen Haus - und was die schwarze Spinne damit zu tun hat


1841 erscheint Gotthelfs Roman «Uli der Knecht» – nun hat
er Zeit, ein neues «Projekt» an die Hand zu nehmen: Alte, überlieferte Geschichten, die er als Sammlung unter dem Titel «Bilder und Sagen aus der Schweiz» herausgeben will. Die erste in dieser Reihe ist «Die schwarze Spinne».


Zu Beginn gleich ein poppiger Werbespot für unsere Sonderausstellung zur «Schwarzen Spinne».


Logo zur Ausstellung "Die schwarze Spinne"

Die Geschichte – sie ist wohl Gotthelfs berühmteste Novelle – beginnt an einer Taufe auf einem prächtigen Emmentaler Bauernhof: Ein alter, dunkler Fensterpfosten, ein «Bystal», zieht die Aufmerksamkeit der Gäste auf sich – der Grossvater muss wohl oder übel die Geschichte um den Bystal erzählen!
     

Blick in die Sonderausstellung "Die Schwarze Spinne" mit dem markanten "Bystal"

Im Zentrum der Geschichte steht der «Bystal», ein alter Fensterpfosten: Darin ist in einem Loch, verschlossen durch einen Holzzapfen, die «schwarze Spinne» eingesperrt. Er bildet auch den Mittelpunkt des Ausstellungsraums: Schwarz geworden im Verlauf der vielen Jahre durch den Rauch der offenen Küche, steht er da, geheimnisvoll, mystisch und eindrücklich. Zeuge des alten Brauchs, hierin Seuchen und Pest symbolisch einzusperren.

Überlieferungen von Pestepidemien und Tierseuchen im 15. Jahrhundert, Geschichten zu Deutschordensrittern in Sumiswald und alte Bräuche rund um böse Geister: Das ist der Stoff, auf dem «Die schwarze Spinne» basiert. Gotthelf schreibt seine Geschichte in Form einer raffiniert konstruierten Rahmen-Erzählung – zurecht zählt sie zu den besten Novellen der Weltliteratur.

Die mystische Landschaft in der Sonderausstellung "Die schwarze Spinne".

Ergründen Sie an unserer eindrücklichen Sonderausstellung das Geheimnis um den dunklen Pfosten mit dem Loch und dem Zapfen darin, erfahren Sie, was es mit der Spinne auf sich hat - und welche Rolle der Teufel spielt.

Holzschnitte "Die schwarze Spinne" von Bruno Gentinetta.

Weitere Elemente der Ausstellung:
- Bild/Ton-Schau auf einem grossen Bildschirm, gestaltet mit prächtigen Holzschnitten von Bruno Gentinetta;
- Hörstationen, auf denen Besucherinnen und Besucher ausschnittweise der Erzählung «Die schwarze Spinne» folgen können – gelesen von der grossen Maria Becker;
- Text-Tafeln, welche Hintergründe, Quellen und Aufnahme der Novelle erläutern;
- Lesestationen, die ergänzende Informationen zum Verständnis der Novelle bieten;
- Bildergalerie im Korridor mit Illustrationen unterschiedlichster Künstler.

Die beiden Ausstellungsmacher Heinrich Schütz, links, und Werner Eichenberger, mit dem Bystal. Sie haben, zusammen mit dem Grafiker Kurt Eichenberger aus Biglen, das «helle» Emmental ausgesperrt, dafür aus dem Ausstellungsraum eine mystisch-geheimnisvolle Landschaft gemacht: Sie versetzt Besucherinnen und Besucher ganz in eine magische Sagenwelt - so wie Gotthelf sie in seiner Novelle schildert.
   

Die Ausstellungsmacher "Die schwarze Spinne": Heinrich Schütz & Werner Eichenberger.

Illustrationen: Holzschnitte von Bruno Gentinetta


Wechselausstellung 2015 - 2017 im Spycher

Rund um Küche und Kochen

   
«Dann sah ich mich des Morgens ein gut Kaffee machen...»
   

Dieser Satz aus dem ersten Teil des Romans «Leiden und Freuden eines Schulmeisters» inspirierte die Ausstellungsmacherin Verena Hofer zu einer kleinen Sonderausstellung im Spycher. Denn die Passage aus dem «Schulmeister» geht nämlich noch weiter: «...sah mich des Mittags bröselen in der Küche, sah, wie die Blutwürste zischten, die Bratwürste brasselten, und den Säubrägel roch ich! Oh, es ging mir bereits durch Mark und Bein, und das Wasser quoll mir im Munde empor und zu beiden Ecken heraus.»
     

Wie zu Gotthelfs Zeiten: Küchengeräte der Wechselausstellung im Spycher - kuratiert von Verena Hofer.

«Wie zu Gotthelfs Zeiten»: Kleine Ausstellung mit Herd und Wasserschiff, mit Kübeln und Pfannen, Flaschen und Körben. Ältere unter uns können sich vielleicht noch erinnern, dass es vor gar nicht allzu langer noch so aussah!
   


2014 bis 2015: Sonderausstellung zu Franz Schnyders erste Verfilmung eines Romans von Jeremias Gotthelf

Filmstreifen: Das Spezial-Logo der Sonderausstellung "Uli der Knecht wird 60"

   
«Uli der Knecht wird 60»
   

1954, anlässlich des 100. Todestages von Albert Bitzius, drehte Franz Schnyder seinen ersten Gotthelf-Film, «Uli der Knecht». Diesem 60-Jahr-Jubiläum widmet das Gotthelf Zentrum die Sonderausstellung «Uli der Knecht wird 60».    

Die Ausstellung zeigt reichhaltiges Material zu Franz Schnyder, seinem Werk und seinem Uli-Film. Hintergrund, Idee und Konzeption der Sonder-Schau: Dass Gotthelf heute noch bekannt und vielen ein Begriff ist, daran haben die Filme von Franz Schnyder wesentlichen Anteil. Auch wenn sie von Kritikern und Medien mehrheitlich negativ beurteilt wurden, beim Publikum kamen seine Filme sehr gut an – rund 1.6 Millionen Besucher strömten damals in die Kinos, um den «Uli» zu sehen! Wir vom GZEL sind Franz Schnyder dankbar für seine Arbeit und wollen ihn und sein Werk mit unserer Sonderschau würdigen. 

Diorama Film-Dreh Glungge mit Vreneli und Uli sowie Franz Schnyders Regie-Stuhl.

Glanzpunkt der Ausstellung «Uli der Knecht wird 60»: Das raumhohe Diorama eines Film-Drehs auf der «Glungge», mit lebensgrossen Figuren von Vreneli und Uli, mit historischen Scheinwerfern, Stativen und Kamera – und mit dem Original-Regiestuhl von Franz Schnyder!   
   


Redaktor Martin Lehmann SRF2 Kultur im Gespräch mit Ausstellungsmacher Werner Eichenberger über Hintergründe und Ziele der Sonderausstellung - und mit Filmemacher Bernhard Giger über Leben, Werk und Bedeutung von Franz Schnyder (Beitrag "Kultur Kompakt" von Dienstag, 25. März 2014 auf Radio SRF2 Kultur); Hochdeutsch.


Gleiches Tondokument optimiert für iPhones und iPads


Kultur-Redaktor Martin Lehmann von Radio SRF1 im Gespräch mit Ausstellungsmacher Werner Eichenberger über Hintergründe und Ziele der Sonderausstellung - und mit Filmemacher Bernhard Giger über Leben, Werk und Bedeutung von Franz Schnyder (Beitrag von Dienstag, 8. April 2014 auf Radio SRF1); Mundart.


Gleiches Tondokument optimiert für iPhones und iPads


Die Sonderausstellung nähert sich Franz Schnyder und seinem Werk aus verschiedenen Richtungen, überrascht mit einer grossen Vielfalt und vermittelt neue Einsichten:    

Informationen zum Lebenslauf des Burgdorfer Filmemachers – unter anderem auch mit Bildern aus seiner Zeit als Theaterschauspieler und Theaterregisseur.

Was Franz Schnyder selbst zu seiner Arbeit als Filmer sagt.

Hintergrundinfos, Wissenswertes und Überraschendes, Zahlen und Fakten zum Uli-Film.

Bilder der Dreharbeiten.

Vreneli und Uli: Das Traumpaar gibts nur im Film.

«Wilder Urlaub»: Der kreative Franz Schnyder.

Franz Schnyder im Spiegel der Kritik.

Gegenüberstellung der Drehorte von damals mit der Gegenwart.

Vergleich der Filmbilder aus Franz Schnyders Uli-Film mit Abbildungen aus zwei verschiedenen illustrierten Print-Ausgaben: Prachtausgabe (1895) mit Zeichnungen von Hans Bachmann und Ausgabe der Büchergilde Gutenberg (1940er-Jahre) mit Holzschnitten von Emil Zbinden.

Das Emmental: Es gibt ein Film-Land Emmental ausserhalb von Franz Schnyder.

Umfangreiche Pressedokumentation 1984 – 2010.

Fotoroman «Uli der Knecht» mit Bildern und Text nach dem Schnyder-Film.

Reichhaltiges Werbe- und Dokumentations-Material von damals aus dem Archiv der PRAESENS FILM AG, Zürich.

Drehbücher, auch von nicht realisierten Projekten, darunter das Drehbuch zum Pestalozzi-Film, Dialoglisten Berndeutsch und Hochdeutsch und anderes mehr… und ein

Diorama von rund 3 x 6 Meter, das einen eindrücklichen Blick auf einen Filmdreh auf der Glungge ermöglicht, mit Scheinwerfern und Lampen, Kamera und Stativen aus dem Fundus des Lichtspiels Bern und der PRAESENS, sowie Franz Schnyder persönlichem Regie-Stuhl!  
 


Sehen Sie hier einen Ausschnitt aus der deutschen Synchronfassung von «Uli der Knecht»: «Junge Jahre der Liebe».
Es handelt sich um die Szene, in der die Glunggen-Bäuerin Vreneli und Uli sagt, dass man «im Himmel schon lange wisse, dass sie zwei zusammen gehörten.» Endlich kann Uli Vreneli seine Liebe gestehen...
     


Sommer 2013: Sonderausstellung im Spycher

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Schwingen und Hornussen – zu Gotthelfs Zeiten und heute

Die ehemalige Gotthelf Stube im Spycher, zwischen Pfarrhaus und Pfrundscheune, beherbergt diese Saison eine kleine, feine Ausstellung im Zeichen von Schwingen und Hornussen.

Bekanntlich findet dieses Jahr Ende August in Burgdorf das Eidg. Schwing- und Älpler-Fest ESAF statt, zudem werden in Grünenmatt-Lützelflüh das Interkantonale und das Emmentalische Hornusserfest sowie der Emmentalische Veteranentag durchgeführt.

Blick in die Wechselausstellung "Schwingen und Hornussen bei Gotthelf".

Dies nimmt das Leitungs-Team zum Anlass für eine Ausstellung, welche den beiden Nationalsportarten gewidmet ist. Schliesslich hat Albert Bitzius in seiner Jugendzeit im ländlichen Utzenstorf das Schwingen und Hornussen kennen gelernt und auch selbst ausgeübt.
 
Die Ausstellung präsentiert anschaulich die Eigenarten der beiden Nationalsportarten, skizziert ihre Geschichte – und zeigt, wie Gotthelf den beiden Spielen in seinem Werk ein literarisches Denkmal gesetzt hat.

Blick in die Wechselausstellung "Schwingen und Hornussen bei Gotthelf".

 


Saison 2012/2013: Die erste Sonderausstellung im Gotthelf Zentrum
     

«Die Wassernot im Emmental»
     

Mit den Wechselausstellungen wird das Leben des Menschen Albert Bitzius und das Werk des Schriftstellers Jeremias Gotthelf vertieft dargestellt. Der Katalog der möglichen Themen ist jedoch offen, die einzige Bedingung für Sonder- und Wechselausstellungen: Sie stehen im engeren oder weiteren Sinn mit Jeremias Gotthelf in Zusammenhang.
 
Die erste Ausstellung ist der Erzählung «Die Wassernot im Emmental» gewidmet: Im August 2012 ist es nämlich 175 Jahre her, seit das Tal von den tobenden Wassermassen verwüstet wurde.
Das eindrückliche literarische Werk wird dabei verbunden mit der wissenschaftlich Analyse des Ereignisses. Diese wurde am geografischen Institut der Universität Bern erarbeitet.    

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13. August 1837: Gotthelf thematisiert die Hochwasserkatastrophe in der «Wassernot im iEmmenthal». Dieses Frühwerk ist gleichzeitig literarische Erzählung, journalistische Reportage, wissenschaftlicher Bericht - und moralische Anklage..    

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